Tag* der Nutzlosigkeit

1. Mai ’26 · Leipzig

Arbeit war mal Überleben

Wir verdanken ihr viel. Sie hat uns ernährt, Städte gebaut, Generationen geprägt. Aber irgendwann wurde sie mehr als das – ein moralischer Maßstab. Heute definieren wir uns über unseren Nutzen, messen unseren Wert in Output und Effizienz. Wir arbeiten nicht mehr, um zu leben. Wir leben, um beschäftigt zu bleiben.

Droge Produktivität

Arbeit ist die letzte gesellschaftlich akzeptierte Sucht. Sie hält uns in Bewegung, damit wir die Leere darunter nicht spüren müssen. Jeder Klick, jedes Projekt, jedes Ziel ist ein kleiner Schuss Bedeutung. Wir wissen längst, dass sie uns erschöpft – und greifen trotzdem wieder zur To-do-Liste, als hinge davon das Weltklima ab.

Der Reflex, gebraucht zu werden

Seit Urzeiten sichern wir unsere Zugehörigkeit, indem wir nützlich sind. „Schau, Tribe, ich leiste!“ – das steckt noch immer in unseren Zellen. Doch was passiert, wenn diese Not verschwindet? Wenn Maschinen übernehmen, Routinen zerfallen, Arbeit sich selbst abschafft? Wir ahnen es: Die große Krise der Arbeit hat schon begonnen.

Das Labor der Nutzlosigkeit

Die Tage der Nutzlosigkeit sind kein Ausstieg, sondern ein Alternativentwurf. Drei Tage, in denen das Müssen Pause hat. Wir reden, schweigen, lachen, stellen auf, machen Unsinn. Wir entkoppeln Tun von Zweck. Wir üben, Dinge wieder um ihrer selbst willen zu tun – weil genau dort Kultur beginnt: im zweckfreien Raum zwischen Spiel und Bewusstsein.

Der Exorzismus des Nutzens

Wir treiben den Nutzen nicht aus, weil er böse ist, sondern weil er uns besetzt hat. Wir rufen ihn beim Namen, lachen ihm ins Gesicht, lassen ihn gehen. Vielleicht entsteht dann etwas Neues: Arbeit als Ausdruck, nicht als Zwang. Wirken statt schuften. Sein statt funktionieren.

Bewusstsein fürs Programm

Das hier ist kein Aufruf zum Müßiggang, kein esoterischer Gegenentwurf zur Leistungsgesellschaft. Es ist ein kleiner Riss im Beton der Selbstverständlichkeit. Ein Hinweise auf eine zweite Haut, die wir zu wenig hinterfragen.

Wenn dich das ruft – komm.
Nicht, weil du musst.
Sondern weil du darfst.

Join The Revolution!

*Tage der Nutzlosigkeit ist ein Workshop vom 1. Mai bis 3. Mai 2023. Er findet in Leipzig statt. In Kürze werden weitere Koordinaten bekannt gegeben. Trag deine E-Mail ein. Die Genossen werden sich in Kürze bei dir melden.

Mit deiner Eintragung gehen wir davon aus, dass du den Datenschutz zur Kenntnis genommen hast. Es werden E-Mails verschickt.

Die Genossen

Milena Hauptmann

… ist eine inspirierende Quelle lebendiger Impulse und immer für eine Überraschung gut. Ihre Präsenz bringt verborgene Potenziale ans Licht und macht blinde Flecken sichtbar – ein Spiegel mit Tiefenwirkung. Mit beständigem Mitgefühl, unerschütterlichem Humor und lebensfroher Neugier schafft sie Räume, in denen Menschen sich selbst neu begegnen können. Ihr Anliegen: dass jeder seinen eigenen, wesentlichen Beitrag im großen Ganzen entdeckt und lebt – und darin Erfüllung und Glück findet. Ihr Antrieb: aktiv zum Frieden und zu kollektiver Lebensfreude beizutragen.

Daniel Melle

… ist Entwickler neuer Perspektivenim Bereich Bewusstsein und Technologie, spezialisiert auf Konzepte, die persönliche und kollektive Evolution fördern. Mit einem tiefen Verständnis von Spiral Dynamics und einem experimentellen Zugang zu KI beschäftigt er sich an der Schnittstelle von Technologie, Bewusstseinsentwicklung und sozialer Architektur. Sein Ziel ist es, Werkzeuge und Modelle zu gestalten, die nicht nur individuelle Selbstbestimmung und Autonomie stärken, sondern auch als Vorbild für eine regenerative und zukunftsweisende Gesellschaft dienen.

Anke Melle

… gestaltet Räume für verkörperte Wahrheit, stille Kraft und authentische Verbindung. Mit feinem Gespür für achtsamen Dialog und tiefes inneres Spüren begleitet sie Menschen auf dem Weg zu mehr Klarheit und Selbstermächtigung. Ihr Ziel: Menschen und Gemeinschaften zu unterstützen, in aller Sanftheit aufzutauchen, Wirkung zu entfalten und Wandel als schöpferischen Prozess zu leben.